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Vortrag

WEB CO2-Reduktion in urformenden Fertigungsverfahren durch innovative AM Werkzeuglösungen

Mittwoch (13.05.2020)
16:35 - 16:50 Uhr Raum 2
Bestandteil von:


Additive Fertigungsverfahren zeichnen sich gegenüber konventionellen, subtraktiven Verfahren durch eine höhere Ressourceneffizienz aus. Werden Designfreiheit und Simulationsmethoden konsequent umgesetzt, reduzieren sich Werkstoffeinsatz und Nachbearbeitungsverfahren ausschließlich auf die Erzeugung last- und geometriebedingter Funktionsflächen und -strukturen. So leisten innovative Lösungen in AM Werkzeugen bereits heute einen Beitrag zur Dekarbonisierung. Zusätzliches Potential zur Reduzierung des CO2Footprints liegt in der Verbesserung von Prozessen in der industriellen Serienfertigung. Mit der AM Technologie kann gerade das Thermomanagement in Werkzeugen deutlich verbessert und an die Rahmenbedingungen der Produktion angepasst werden. Anhand von Beispielen aus den Bereichen Aluminiumdruckguss und Kunststoffspritzguss werden uns die möglichen Potenziale deutlich vor Augen geführt.

Speziell in einem energieintensiven Verfahren, wie dem Aluminiumdruckguss, hat die Reduktion der Durchlaufzeit und der Ausschussrate erheblichen Einfluss auf das CO2Einsparpotenzial. Durch den Einsatz konturnaher Kühlungen und innovativer Werkstoffkombinationen kann die Zykluszeit bei formgebenden Werkzeugen reduziert und die Werkzeuglebensdauer erhöht werden. Das bedeutet, dass nicht nur die Bauteilqualität in Funktionsbereichen steigt, sondern auch die gesamte Prozessqualität zunimmt. Einen ebenso positiven Effekt hat die additive Fertigung im Kunststoffspritzguss auf das Bauteildesign. Durch eine angepasste Kühlung der Werkzeuge können hier dünnwandige Bauteile überhaupt erst prozesssicher hergestellt werden. Neuartige Werkzeugkonzepte dieser Art setzten zudem ein ganzheitliches Verständnis der Bauteil- und Prozessanforderungen in der gesamten Prozesskette voraus. Alle hier genannten innovativen Lösungen lassen sich nur dann realisieren, wenn die Restriktionen der unterschiedlichen additiven Fertigungsverfahren und Materialien tiefgreifend verstanden wurden.

Sprecher/Referent:
Alexander Sieger
voestalpine Edelstahl Deutschland GmbH